Ems-Zeitung vom 25.08.2011

„Wenn das Pferd tot ist, wird es einsam im Sattel“

Busemann steht zu seinen Worten gegen ein Kohlekraftwerk in Dörpen – Kritik an BI

Herr Busemann, wie stehen Sie zu der von Ihnen Ende April auf einer CDU-Veranstaltung in Bockhorst getätigten Aussage „Ein Kohlekraftwerk in Dörpen wird es mit der emsländischen CDU nicht mehr geben“?

Diese Aussage gilt für mich unverändert. Ich habe sie in meiner Eigenschaft als Kreisvorsitzender der CDU Aschendorf-Hümmling und als stellvertretender Kreisvorsitzender der CDU Emsland gemacht. Die Position ist meine persönliche Meinung und entspricht meiner politischen Einschätzung.

Wie haben CDU-Politiker aus der Samtgemeinde Dörpen (Rat/Verwaltung) beziehungsweise aus dem Emsland (Kreisverwaltung/Kreistag) Ihnen gegenüber darauf reagiert? Gab es Zuspruch, Verständnis oder Irritationen?

Kritik hat es nicht gegeben, schon gar nicht aus den Reihen der Emsland-CDU. Zum Teil wurde mir Erleichterung signalisiert, weil ich nach außen deutlich gemacht habe, dass das Thema erledigt ist.

Wie muss beziehungsweise kann sich die CDU im Emsland und in Dörpen an der Aussage messen lassen?
Ich kann nur jedem Zweifler anraten, sich den ehemaligen Baustandort anzusehen. Dort steht kein Kohlekraftwerk! Es gibt auch keinen Bauinteressenten! Ich möchte auch die Bürgerinitiativen, die bekanntlich mit einigen Personen bei der Kommunalwahl antreten und noch ein Wahlkampfthema suchen, bitten, hier nicht ständig mit Unterstellungen zu agieren. Es gilt die alte Indianerweisheit: „Wenn das Pferd tot ist, wird es einsam im Sattel.“

Wie passt das „klare Nein“ der CDU zu einem Kohlekraftwerk in Dörpen aus Ihrer Sicht dazu, dass Dörpen im Regionalen Raumordnungsprogramm unverändert als Standort für ein Großkraftwerk gekennzeichnet ist und die CDU-Mehrheitsfraktionen in Rat und Kreistag bisher keine Veranlassung sehen, dies zu ändern?
Dörpen ist ein Industriestandort. Für so einen Standort bedeutet es eine besondere Aufwertung, zunächst potenziell auch Kraftwerksstandort zu sein. Auch im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen wäre es unvernünftig, diesen Status preiszugeben. Man weiß schließlich heute nicht, was sich zum Beispiel durch die technologische Entwicklung in Zukunft noch anbietet. Im Übrigen plant ja die Firma Nordland-Papier ein eigenes Gaskraftwerk, was ich im Gegensatz zu den Bürgerinitiativen begrüße. Allein wenn Nordland in nächster Zeit wachsen sollte, muss auch ein Großkraftwerk auf Gasbasis möglich sein.

Gibt es angesichts des von der Bundesregierung beschlossenen Ausstiegs aus der Atomenergie möglicherweise sogar Pläne für einen Wiedereinstieg in die Planungen für ein Steinkohlekraftwerk in Dörpen, die vielleicht erst nach der Wahl öffentlich werden?
Nein, solche Pläne für den Standort Dörpen sind mir nicht bekannt. 

KEIN ENDLAGER!

 

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