Ems-Zeitung vom 23.08.2011

Spatenstich für Rotorblattwerk im Emsland

ma Haren. Gestern ist im interkommunalen Industriegebiet Eurohafen der Städte Haren und Meppen der Spatenstich für das weltweit modernste Rotorblattwerk der Firma Enercon Windenergieanlagen gesetzt worden. Ab Juni 2012 sollen dort 350 bis 500 Beschäftigte Rotorblätter für ein 3-Megawatt-Windkraftrad vom Typ 101 produzieren. Die neue Fertigungshalle ist rund 300 Meter lang und 100 Meter breit und befindet sich auf einem 18 Hektar großen Areal. Die Investitionssumme wird auf 35 bis 50 Millionen Euro geschätzt. Die Enercon GmbH mit ihrem Gründer und Geschäftsführer Aloys Wobben beschäftigt weltweit rund 12 000 Mitarbeiter. Der Stammsitz befindet sich im ostfriesischen Aurich.

„Modernste Rotorblattfabrik der Welt“

Spatenstich im Eurohafen – Fertigstellung im Juni 2012 – 350 bis 500 Beschäftigte

ma Haren. Eitel Sonnenschein hat am Montag allenthalben beim Spatenstich für die Enercon-Rotorfabrik im Eurohafen in Haren geherrscht. Im Juni 2012 soll in dem „weltweit innovativsten Rotorblattwerk“ bereits die Produktion für die 3-Megawatt-Windkraftturbine vom Typ 101 anlaufen.

Die Investitionssumme soll sich nach Informationen unserer Zeitung auf zwischen 35 und 50 Millionen Euro belaufen. Hier entstehen zwischen 350 und 500 Arbeitsplätze in einer 300 Meter langen und 100 Meter breiten Produktionshalle.

Besonders herzlich begrüßten sich der gebürtige Emsländer und Enercon-Geschäftsführer Aloys Wobben und Landrat Hermann Bröring. Unter vier Augen verriet der Landrat ihm: „Dieser Tag passt sehr gut ans Ende meiner Karriere.“ Dazu habe Wobben auch noch das passende Kaiserwetter bestellt. Auch in seiner späteren Rede während der Pressekonferenz sprach Böring den „Windkraftpionier Wobben mehrfach mit „Lieber Aloys“ sehr persönlich an. Es gipfelte in dem Satz: „Willkommen zu Hause. Alles Gute für eine gemeinsame Zukunft.“

Wobben selbst ließ bei der offiziellen Pressekonferenz seinem Geschäftsführer Hans-Dieter Kettwig den Vortritt: „Ostfriesen bauen im Emsland nicht so häufig Produktionsstätten.“ Mit dem Rotorblattwerk schließe sich jedoch der Kreis für Aloys Wobben, der sich vor mehr als 25 Jahren vom emsländischen Rastdorf ins ostfriesische Aurich aufgemacht habe, um dort seine Windkraftturbinen aufzustellen. Nicht zuletzt dank der guten Zusammenarbeit mit Agro Energie habe man später aber auch im Emsland viele Windparks errichtet. Kettwig dankte den Emsländern für die hervorragende Zusammenarbeit bei der Planung und Genehmigung für das Werk.

Bröring nahm den Ball auf: „Im Emsland geht das alles schneller.“ Dies habe seinerzeit bereits das Großprojekt des interkommunalen Hafens zwischen dem Landkreis sowie den Städten Haren und Meppen gezeigt. Im „Dreiklang“ mit den beiden Städten werde auch das Anbindungsproblem des Industriegebiets an die Bundesstraße 70 gelöst. „Enercon hat hierauf einen Anspruch“, sagte der Landrat. Überhaupt herrsche bereits jetzt im Emsland ein „Klima der Klimafreundlichkeit“. So würden schon heute 82,1 Prozent des kreisweiten Strombedarfs aus regenerativen Energien erzeugt.

In der Stadt Haren liegt die Quote nach Auskunft von Bürgermeister Markus Honnigfort sogar bei über 100 Prozent. Dabei ist für ihn die „Windkraft die aussichtsreichste der regenerativen Energien“. Die Bürger seien sehr froh und stolz, dass in Haren jetzt die „modernste Rotorblattfabrik der Welt“ gebaut werde. Dabei würden die ersten Prototypen vom Typ 101 schon seit einiger Zeit in Haren-Rütenmoor Strom produzieren. Er dankte der Enercon-Geschäftsführung für das „faire und gute Miteinander“. Man habe das Großprojekt „Hand in Hand“ auf den Weg gebracht.

Kommentar
Der Heimkehrer
Ein wenig Genugtuung dürfte Aloys Wobben am Montag schon verspürt haben. Die Ideen des Tüftlers und Ingenieurs wurden einst im Emsland von den meisten verkannt.

Wobben verließ daraufhin sein Heimatdorf Rastdorf. Hiervon profitierte Aurich. Dort konnte er schließlich seine Zukunftsvisionen realisieren. Und nicht nur das: In gut zwei Jahrzehnten stieg die Firma Enercon GmbH zu einem Weltkonzern mit insgesamt rund 12 000 Beschäftigten auf.

Nicht nur einmal dürften führende emsländische Politiker in den vergangenen Jahren neidisch und wehmütig ins benachbarte Ostfriesland geschaut haben. Doch nun ist der verlorene Sohn ins Emsland zurückgekehrt. Diesmal rollten ihm die Verantwortlichen sogar den „roten Teppich“ aus, um ihm das Kommen zu erleichtern.

Selbst seine kritischen Äußerungen im Jahr 2009 gegen das damals geplante Kohlekraftwerk in Dörpen entpuppten sich nur als kleines Störfeuer.

Jetzt wird Wobben in Haren das modernste Rotorblattwerk weltweit bauen. Ein persönlicher Erfolg führ ihn und ein großer Gewinn für das Emsland. 

KEIN ENDLAGER!

 

Impressionen